Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V.
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Anja Kirchner

Anja Kirchner

Vergangene Woche traf sich das internationale Projektteam des ERASMUS+ Projektes BECOMING zu einem zweitägigen Austausch in Schwerin. Schwerpunkt war das Thema "Lebenslanges Lernen in klein- und mittelständischen Unternehmen". Im Rahmen des Projektes wurden die letzten Feinheiten besprochen, nun werden die Projektergebnisse in die jeweilige Landessprache übersetzt und im kommenden Jahr in einer Testphase mit Unternehmen aus Tschechien, Italien und Deutschland getestet.

Sie haben Interesse an einem kostenlosen Coaching zum Thema Lebenslanges Lernen in Ihrem Unternehmen? Dann melden Sie sich gern bei uns. 

Anja Kirchner | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | 0385 - 569 333.

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Wir gratulieren Simone Henning / Tagespflege und Pflegedienst Henning zur „Unternehmerin des Jahres 2022“!

Am Samstag, den 22. Oktober 2022 fand der Wirtschaftsball des Unternehmerverbandes, der vor 12 Jahren noch Unternehmerball hieß, zum 30. Mal statt. Seit 1992 freuen wir uns, einmal jährlich in diesem Rahmen zusammen zu kommen. Seit diesem Zeitpunkt nehmen wir auch die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“ unseres Verbandes vor. Zu Gast waren wir dieses Jahr im Solitär Parchim, dem Tagungs- und Konferenzzentrum des Landkreises Ludwigslust-Parchim. 

Vizepräsident Tom Henning: „Unser Ball und auch die Ehrung des „Unternehmer des Jahres“ ist eine echte Tradition, die wir trotz mehr als schwieriger Zeiten nicht abreißen lassen wollen. Der Zusammenhalt der Wirtschaft in Westmecklenburg ist wichtiger als je zuvor. Dieser Zusammenhalt ist zu bewahren und die Bedeutung der Unternehmerschaft zur Bewältigung der kritischen Lage muss gezeigt und gewürdigt werden.“ 

Mit der Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“ stellen wir jedes Jahr einige Unternehmerinnen und Unternehmer besonders in den Fokus und würdigen gemeinsam die erreichten Erfolge. Im Beisein der rund 150 Gäste aus Wirtschaft und Politik wurden die nominierten Unternehmer per Film und in Person vorgestellt. Unsere diesjährigen Nominierten:

· Verbandsregion Nordwestmecklenburg: Stefan Blank / Concept+ GmbH

· Verbandsregion Schwerin: Burkhardt Jerratsch / BJ Bau GmbH

· Verbandsregion Ludwigslust-Parchim: Simone Henning / Tagespflege und Pflegedienst Henning

Geschäftsführerin Pamela Buggenhagen in ihrer Einschätzung zu den Unternehmen: „Alle drei haben ihre ganz eigene Geschichte geschrieben und die letzten Jahre mit Corona und Krise gut gemeistert. Jedes der drei Unternehmen steht für sich und zeichnet sich durch eigene Besonderheiten aus. Alle drei Unternehmer verstehen sich als Team mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für ihren Kunden da sein wollen. Allen Drei ist das Thema Gesundheit wichtig. Bei Stefan Blank ist es das zentrale Thema des Geschäftsmodells und bei Burkhardt Jerratsch gehört Sport als Ausgleich zur oft körperlich anstrengenden Arbeit auf dem Bau dazu – und hier bietet er seinen Mitarbeitern und ihren Familien ein eigenes Fitnessstudio. Bei Simone Henning wurde – wie überall im Bereich Pflege und Betreuung - gerade während der Corona-Hochphase bewundernswertes geleistet. Die Mitarbeiter in der Pflege haben Höchstleistungen vollbracht und die ihnen anvertrauten Menschen weiter betreut – trotzt der Gefahr, selbst zu erkranken. Überall bedurfte und bedarf es seit Corona und seit dem Ausbruch des Krieges mit all seinen Folgen unternehmerischen Muts und 150prozentigem Engagements.“

Gemeinsam mit Vizepräsident Tom Henning lüftete Geschäftsführerein Pamela Buggenhagen das Geheimnis um die diesjährige Nominierung: Unternehmerin des Jahres ist Simone Henning / Tagespflege und Pflegedienst Henning aus Grabow.

Als ausgebildete Krankenschwester mit Weitblick hat sich Simone Henning zur Lebensaufgabe gemacht, sich den hohen pflegerischen Herausforderungen zu stellen und dabei den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. In ihren 37 Berufsjahren hat sie alle sich bietenden Entwicklungsmöglichkeiten genutzt. So schloss Simone Henning im Jahr 2009 den Diplompflegewirt (FH) ab, studierte fünf Jahre berufsbegleitend Pflegemanagement und ließ sich als Pflegegutachterin sowie Sachverständige für Pflege ausbilden. Als Gutachterin und Pflegesachverständige arbeitete Simone Henning weit über Mecklenburg-Vorpommerns Landesgrenzen hinaus und gab vielen Pflegefachkräften, Pflegedienstleitungen und Studenten im Rahmen einer Dozententätigkeit ihr umfangreiches Wissen weiter. Mit den Erfahrungen als Führungskraft in verschiedenen Pflegeeinrichtungen in MV im Gepäck ging sie
mutig in die Selbstständigkeit und gründete 2015 in ihrer Heimatstadt Grabow eine Tagespflege. Nach Sanierung und Umbau eines weiteren Gebäudes erweiterte Simone Henning die Tagespflegeplätze im Jahre 2020. Im Jahre 2017 kam ein ambulanter Pflegedienst hinzu und in diesem Kontext auch eine ambulant betreute Wohngemeinschaft in der Innenstadt von Grabow mit 11 Wohnplätzen. Wer Simone Henning kennt, weiß, dass sie neue Herausforderungen stets sucht und hochengagiert ihre Ziele umsetzt. Mit viel Liebe zum Detail finden nicht nur die Bewohner, Tagesgäste und Patienten ihre Lieblingsplätze, sondern die Mitarbeitenden auch gute Arbeitsbedingungen vor. Heute beschäftigt Simone Henning 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, inklusive fünf Auszubildende. Sie lebt eine offene Kommunikationskultur, bevorzugt flache Hierarchien und überträgt gern an ihre Mitarbeitenden Verantwortung, um sie in ihren Kompetenzen zu stärken. Vielleicht ein Grund, warum sie derzeit keinen Fachkräftemangel spürt. Eine stetige Personalentwicklung- und Förderung sowie Fort- und Weiterbildungen der Fachkräfte liegen im Fokus ihrer Führungskultur. Gemeinsame Mitarbeiteraktivitäten stärken das Betriebsklima. Das Highlight sind dabei die AIDA-Kreuzfahrten für Klienten, Angehörige, Interessierte und Mitarbeitende. Die Pflegeeinrichtung überzeugte mit dem Projekt „Trotz Pflegebedarf die Welt entdecken“. Das Reisen mit pflegebedürftigen Menschen ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Dieses Projekt schafft eine hohe Identifikation auf allen Ebenen, trägt zur Mitarbeiterbindung bei und schafft Mehrwert für Betroffene. Im Jahr 2019 wurden die Tagespflege und der ambulante Dienst durch den Bundesverband privater Pflegeeinrichtungen mit dem „Quality Award“ ausgezeichnet. Erst im letzten Jahr erhielt das Unternehmen den Gesundheitspreis der AOK für die Digitalisierung in der Pflege. Simone Henning engagiert sich auf vielen Ebenen und nimmt gern auch ihre soziale Verantwortung als Unternehmerin wahr. Sie ist Ausbildungsbetrieb, kooperiert mit den regionalen Schulen im Rahmen von Schülerpraktika und stellt FSJ-Stellen zur Verfügung. Sport- und Kulturfeste unterstützt sie mit Spenden. Trifft man sie auf der Straße, darf man sie gern für Fragen rund um die Pflege ansprechen – sie hat immer einen Tipp parat – sie lebt und liebt ihren Beruf.

Leider konnte Simone Henning den Preis nicht persönlich entgegen nehmen, da der wohlverdiente Jahresurlaub mit ihrem Mann auf einer Kreuzfahrt bereits gebucht war, als der Termin für den Wirtschaftsball feststand. Ihre Mitarbeiterinnen Annemarie Weißer, Ulrike Heider und Katrin Mager übernahmen für sie stellvertretend die Auszeichnung und auch den 1.000 Euro dotierten Preis, der von Kai Lorenzen als Vertreter der Sparkassen Mecklenburg-Schwerin überreicht wurde, sichtlich erfreut. Stefan Blank / Concept+ GmbH und Burkhard Jerratsch / BJ Bau GmbH gratulierten dem Team von Simone Henning ebenfalls herzlich und freuten sich über die Nominierung in ihrer jeweiligen Verbandsregion und bedankten sich für die Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit bei der Unternehmerschaft. Viele Unternehmerkolleginnen und Unternehmenkollegen gratulierten anschließend den Ausgezeichneten persönlich - bis in die frühen Morgenstunden wurde getanzt und die gemeinsame Zeit genossen. 

Wir bedanken uns herzlich bei den diesjährigen Sponsoren: Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern, Stadtwerke Schwerin, WEMAG, Sternauto Schwerin, TV:Schwerin.

Einen ausführlichen Videobeitrag zum Wirtschaftsball finden Sie hier.

// Pamela Buggenhagen
Donnerstag, 27. Oktober 2022

Unternehmerzeitung 03/2022

Roboter: Kollege oder Konkurrent? Dieser Frage widmeten wir uns bei unserer ersten Unternehmensreise. Digital zu Gast waren wir in Neuhaus am Rennweg, auf den Höhen des Thüringer Waldes beim Unternehmen GBneuhaus GmbH

Der Thüringer Wald ist seit dem 12. Jahrhundert eine der bedeutendsten Regionen für industrielle Glasverarbeitung Mitteleuropas. Traditionell gibt es hier eine Vielzahl an Unternehmen, die im Bereich Glasherstellung, Glasbearbeitung und Glasverarbeitung tätig sind. GBneuhaus begann seine Produktion einst mit technischen Glaszuschnitten und später mit der Beschichtung von Lampenkolben für Niedervolt-Halogenlampen. In der Folge konnte das Unternehmen zahlreiche namhafte Hersteller aus den Bereichen Automotive, Haustechnik und Medizintechnik sowie der chemischen, glasverarbeitenden und Kunststoffindustrie und aus vielen weiteren Branchen als Kunden für sich gewinnen.

Innovativ sein und was wagen, ist das Motto von Geschäftsführer Michael Petry. So gelang es ihm gemeinsam mit seinem rund 100 Mann starkem Team, sich den Themen rund um Digitalisierung zu nähern. Denn in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel sind neue Wege zu gehen. Digitalisierung von Routinetätigkeiten ist dabei das Stichwort. Monotone, wiederholbare, wenig komplexe Aufgaben, für die der Mensch „zu schade“ ist und zu schnell ermüdet, werden dabei einem Roboter übertragen. Ziel ist es auch, Aufgaben, die hohe Standards und Vorschriften haben, damit sie den Qualitätsanforderungen für Zertifizierung und ISO-Normen entsprechen und daher wenig Autonomie für den Werker lassen, zu automatisieren. In Kooperation mit der TU Ilmenau wurde dazu eine Bestandsaufnahme getätigt und daraufhin Ideen entwickelt, welche Prozessschritte besonders für die Automatisierung geeignet sind. Mit Hilfe eines von der TU Ilmenau entwickelten Simulationsprogrammes wurden Demonstratoren entwickelt und eine Bottleneck-Analyse durchgeführt. So konnte der Prozessschritt definiert werden, der besonders für Automatisierung geeignet ist. Für die Mitarbeiter:innen bedeutet das, dass sie nun andere Aufgaben mit mehr Freiheitsgraden übernehmen können: Überwachen der Maschinen, Wartung, Reinigung, Prüfen, Bewerten.

"Durch die Maßnahme ist kein Arbeitsplatz weggefallen, sondern viel mehr noch entstanden", sagt Betriebsleiter Markus Heinze. So will GBneuhaus in Zukunft lernende Systeme nutzen, um Spannungsspitzen zu vermeiden (Energiemanagement) und die Produktionssteuerung so anzupassen, dass die Qualitätssicherung im Prozess und nicht erst am Ende des Produktionsprozesses erfolgt. Bei der Umstellung der Produktion sind die Mitarbeiter:innen frühzeitig mit eingebunden, sodass sie verstehen, dass es um ihre Entlastung und nicht um den Ersatz geht. Wichtig ist hier Transparenz. „Wissen aus der Realisierungsebene wird genutzt, denn niemand weiß es besser, als die Mitarbeiter selber. Außerdem nutzen wir zur Qualifizierung für die neuen Aufgaben ein Wissensmanagementsystem, das allen zur Verfügung steht. Das Wissen ist an jeder Station abrufbar. Damit kann jeder Mitarbeiter selbst on the job Wissen nachschlagen und muss nicht Kollegen fragen. Denn es geht darum zu wissen, wo es steht und nicht zu wissen, wie es geht", erklärt Markus Heinze. "Jede Führungskraft vom Gruppenleiter bis zur Geschäftsführung ist für die Qualifizierung seiner Mitarbeiter verantwortlich – nicht die Personalentwicklung. So ist die Weiterbildung in den Genen der Firma verankert. Kurz: Weiterbildung muss im Gehen passieren", fasst Michael Petry zusammen und lädt alle Interessierten zu einem Kennenlernen vor Ort ein. 

Wir danken der Firma GBneuhaus für die spannenden Einblicke und die kurzweilige Zeit! Die eine Stunde war eindeutig zu kurz. Wer nicht dabei war, kann hier unsere erste Unternehmensreise nachschauen. 

Die digitale Unternehmensreise ist eine Veranstaltungsreihe der Weiterbildungsverbünde: Lernbund | Thüringen, Qblue | Hamburg, WeDiKo | Mecklenburg-Vorpommern und MEKA-BB | Berlin-Brandenburg.
Unsere nächste Reise geht am 6. Oktober nach Hamburg zum Unternehmen Treo - Labor für Umweltsimulation GmbH mit Thema "Weiterbildung im Team - Treo zeigt Ihnen wie!". Mehr Infos hier.
Mittwoch, 07. September 2022

Regionale Wirtschaft zum Entlastungspaket

Regionale Wirtschaft zum Entlastungspaket:
Werden die Ursachen der Wirtschaftskrise nicht behoben, werden auch Entlastungspakte 1-10 nicht helfen

Unternehmerischem Handeln sind Grenzen gesetzt, wenn die Belastungen auf der Kostenseite so hoch werden, dass die Geschäftsmodelle hinfällig werden. Die Rettung der Wirtschaft wird mit dem jetzt auf den Weg gebrachten Entlastungspaket nicht gelingen. Gar nicht zu reden davon, wie noch ein Strukturwandel hin zu nachhaltigem Wirtschaften gelingen soll oder die, mit Blick auf die von unserer Landesregierung stets propagierten - „guten Löhne“ erwirtschaftet werden könnten.

Werden der Kostenspirale im Bereich Energie, Gas und Rohstoffen keine wirklich wirksamen Maßnahmen entgegengesetzt, wird auch ein drittes, viertes… Entlastungspaket nicht helfen. Die Ursachen der Wirtschaftskrise werden mit Entlastungspaketen nicht behoben. Es gelingt maximal, mit Finanzspritzen querbeet zu überdecken, was sich aber nicht mehr überdecken lässt. Die einstige Wirtschaftsmacht Deutschland wird dies nicht retten, solange die Ursachen der aktuellen Situation nicht behoben werden und auch dem Strukturwandel nicht die nötige Zeit gegeben wird, die es braucht, um ohne wirtschaftlichen Bankrott und gesellschaftlichem Zusammenbruch Entwicklung überhaupt noch möglich zu machen.

UV-Präsident Thomas Tweer: „Der Wirtschaft werden in allen Bereichen die Grundlagen entzogen. Erst mangelte es an den Menschen, dann mangelte es an Vorprodukten, Materialien und Rohstoffen und nun mangelt es auch an Energie und Gas zu wirtschaftlich machbaren Preisen. Das bringt die Unternehmen mehr und mehr ins Wanken und lässt sich nicht lange durchstehen. Hier muss die Politik einen anderen Kurs einschlagen – schnell.“

v.i.S.d.P. Pamela Buggenhagen / Kontakt: Telefon 0385 / 569 333
Mittwoch, 31. August 2022

Rückblick UV-Unternehmertag 2022

Wirtschaft bekennt sich zur Eigenverantwortung und handelt - sachlich und ideologiefrei

Anlässlich des UV-Unternehmertag 2022 kamen rund 150 Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Mecklenburg am 25. August nach Schwerin, um sich zu den aktuell drängenden Fragen von Verfügbarkeit sowie Bezahlbarkeit von Energie und Rohstoffen auszutauschen.

Unter dem Tagungsmotto „Regional statt global - Energie, Rohstoffe, Lieferketten – wie unabhängig kann die Wirtschaft in MV werden?“ luden die beiden größten branchenübergreifenden, regionalen Unternehmer­verbände in Mecklenburg-Vorpommern ein. Die große Nachfrage zur Teilnahme an dieser seit Jahren im Wechsel in Schwerin und Rostock durchgeführten Wirtschaftskonferenz des Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V. und des Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg e.V. zeigte, wie brisant die Fragen von Energie und Rohstoffen in der Wirtschaft aktuell sind.

Die Präsidenten der gastgebenden Verbände Frank Haacker und Thomas Tweer formulierten dazu:
“Corona, Krieg, Inflation und dazu noch der Klimawandel – die regionale Wirtschaft steht mit dem Rücken zur Wand. Die geballte Ladung an Herausforderungen erzeugt eine schwierige Gemengelage und es brennt an allen Ecken. Ein sparsamerer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen war bereits mit Blick auf die Klimaschutzziele unausweichlich. Werden nun die Fragen der Verfügbarkeit und der Bezahlbarkeit zum Treiber des Strukturwandels? Wie kommen wir durch die Krise, welche Erkenntnisse lassen sich gewinnen und von welchen mutmachenden Beispielen aus der Unternehmerschaft können wir lernen? Breiter aufstellen, Lieferbeziehungen neu knüpfen, zum Eigenversorger mit Energie und Rohstoffen werden – und damit unabhängig? Kann unabhängiger auch nachhaltiger bedeuten?“

Staatssekretär Jochen Schulte (Wirtschaftsministerium MV) betonte in seinem Grußwort, dass „regional“ und „global“ für ihn keine Gegensätze darstellen. Man wird in einer globalisierten Welt weiterhin auf Lieferbeziehungen in vielfältigster Hinsicht angewiesen sein. Trotzdem sind regionale Möglichkeiten und ein höheres Maß an Unabhängigkeit auch mit Blick auf ein nachhaltigeres Wirtschaften neu zu bewerten.

Keynote Speaker Henry Forster, Geschäftsführer IAG - Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH gab mit seinem Vortrag interessante Impulse zu den Themen "Wohlstand, Wachstum, Ressourcenverbrauch - vom Konsumrausch zur Nachhaltigkeit", selbstkritische Fragen inklusive. "Irgendwann ist alles Abfall und was passiert dann? Moderne Abfallwirtschaft ist leider oft nur eine Reaktion auf den Fortschritt. Themen wie nachhaltiges Produktdesign, Wiederverwertung und Wiedergewinnung von Rohstoffen, Energieerzeugung aus Abfällen sind einige Lösungsvorschläge und sollten noch mehr in den Fokus von Politik und Wirtschaft rücken. Unser eigenes Konsumverhalten sollten wir dazu auch kritisch hinterfragen und als Unternehmerschaft gutem Beispiel vorangehen."

Die spannenden Beiträge und Podiumsrunden mit hochkarätigen Gästen thematisierten dann auch im Bereich der Energie die vielen Maßnahmen, die Unternehmen schon ergriffen haben. Autarke Energieversorgung, dezentrale Lösungen und lokale Gemeinschaftsprojekte und viele Ansätze mehr zeigten eine Vielfalt an technischen Lösungen auf. Dazu berichteten Dieter Uffmann von biotherm Hagenow GmbH, Rob Vogelaar vom alpincenter Wittenburg/Landhotel Spornitz und Philipp Pfeiffer von APEX Energy Teterow GmbH aus ihrer unternehmerischen Praxis. Geleitet wurde die Podiumsdiskussion von Jörg Klingohr, der aus eigener Erfahrung als Inhaber vom energieautarken Golchener Hof zu berichten wusste. Fazit: Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben es oft schwer und nicht das nötige Fachwissen, um die für sie richtige und geeignete Lösung zu finden. Fördermöglichkeiten sind oft unbekannt oder mit hohem Aufwand verbunden. Hier braucht es unabhängige und neutrale Beratung und Unterstützung, wie sie die Landesenergie- und Klimaschutzagentur LEKA auch für Unternehmen anbietet. „Die Beratungsanfragen häufen sich und sind kaum noch zu bewältigen“, berichtet Arne Rakel von MVeffizient/LEKA MV. Dass zeigt jedoch, dass die Wirtschaft aktiv dabei ist, Alternativen zu suchen und dabei auf erneuerbare Energien setzt.

Im Bereich von Rohstoffen und ihrer Verwendung und Wiederverwertung waren sich die Vertreter der Abfallwirtschaft, in der von Henry Forster geleiteten, zweiten Podiumsrunde einig. In den zurückliegenden Jahrzehnten ist es dort gelungen, für die verschiedenen Abfälle immer bessere Verfahren des Recyclings zu entwickeln, um aus den Abfällen das Maximale herauszuholen. So werden mittelweile Sekundärrohstoffe gewonnen, die in zahlreichen Herstellungsprozessen einer erneuten Verwendung zugeführt werden können und damit den Verbrauch der Primärrohstoffe deutlich reduzieren. Norbert Rethmann, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender der Rethmann-Gruppe: „Wir haben hier in Deutschland eine hochentwickelte Abfallindustrie und sind Technologieträger für viele Verfahren der Kreislaufwirtschaft, die wir in die ganze Welt exportieren. Dies wird viel zu wenig anerkannt und als wichtiger Bestandteil der Gesamtwirtschaft gesehen.“ Einig war man sich in allen Diskussionen, dass Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Verantwortung im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens erkannt haben und in vielen Bereichen voran gehen. Man wartet nicht, dass die Probleme andere lösen, sondern handelt. Von der Politik sind jedoch Rahmenbedingungen zu setzen, die unterstützen und nicht behindern. Planungs- und Genehmigungsverfahren strotzen vor bürokratischen Unwägbarkeiten und dauern viel zu lang. Dr. Eric Schweitzer, CEO der ALBA Europe Holding, ergänzte: „Die Wirtschaft könnte im Bereich der erneuerbaren Energien und Klimaneutralität wesentlich schneller vorankommen, wenn die Genehmigungs­verfahren deutlich beschleunigt werden würden.“

Viele Unternehmen brauchen darüber hinaus Unterstützung bei der Finanzierung ihres Umbaus in Richtung nachhaltige Wirtschaft, da vielfach nicht genug Eigenkapital vorhanden ist, so dass zinsgünstige Kredite hilfreich wären. UV-Präsident Thomas Tweer: „Die seit Jahren nötige Energie- und Wärmewende bekommt auf Grund der Fragen von Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Energie und Rohstoffen eine ganz neue Dynamik. Dem ist sich die Wirtschaft sehr bewusst. Jedoch muss der Weg hin zu mehr Klimaneutralität auch bewältigbar sein. Unsere Wirtschaft muss wettbewerbsfähig bleiben, um das zu schaffen. In einigen Branchen ist jedoch akut in Frage gestellt, ob die Kostenexplosionen in allen Bereichen überhaupt überstehbar sind. In so einer Lage ist an Investitionen, Umbau und Ausbau im Bereich erneuerbare Energie kaum zu denken. Politik und Verwaltung müssen daher Übergangszeiten und Übergangslösungen sicherstellen und nötige Rahmenbedingungen schaffen, die helfen, statt zu behindern und zu verlangsamen."

Frank Haacker UV-Präsident Rostock ergänzt dazu: „Der Fachkräftemangel tut sein Übriges. Rund 250.000 Handwerker fehlen bundesweit, um Häuser energieeffizient zu sanieren, Ladesäulen und Solardächer zu installieren, und Windkraftanlagen aufzubauen und zu warten. Hier liegt auch viel Potenzial für attraktive Arbeitsplätze in MV. Dazu muss deutlich mehr in Berufsorientierung sowie Aus- und Weiterbildung investiert werden, um die dazu nötigen Interessen zu wecken und Kompetenzen zu entwickeln.“

Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten und Sponsoren für die Planung, den reibungslosen Ablauf sowie die zahlreichen interessanten Impulse und Diskussionen! Vielen Dank auch an Kabarettist Christopher Dietrich, der mit seinen heiteren Worten das Programm bereicherte.

Hier finden Sie den Unternehmertag 2022 zum Nachschauen.

Fotos und Videorückblick: Andre Wegner / Master Mobility GbR

// Pamela Buggenhagen

Logoleiste
Wir freuen uns über das große Interesse an unserem Unternehmertag am 25. August zum Thema "Energie, Rohstoffe, Lieferketten - wie unabhängig kann die Wirtschaft in MV werden?".

Leider ist eine Teilnahme vor Ort nicht mehr möglich, da wir bereits seit Wochen ausgebucht sind.

Sie haben dennoch die Möglichkeit, den Unternehmertag ab 10 Uhr digital zu verfolgen:

https://us02web.zoom.us/j/82450455707

Das aktuelle Programm mit allen Referenten finden Sie hier: "Unternehmertag 2022".


Stammtisch-Sommer hieß es gestern Abend in Schwerin. Die Alumnis der Regionen Westmecklenburg, Schwerin und Nordwestmecklenburg trafen sich bei heißen Temperaturen zu kalten Getränken. Mit Blick auf das Schloss und Sand zwischen den Zehen gab es viele inspirierende Gespräche. Da das Netzwerk mehr und mehr wächst, durfte auch eine Kennenlernrunde nicht fehlen.

Die beiden Programmverantwortlichen Susanne Schnoor (#Projektleiterin) und Peggy Hildebrand (#Landeskoordinatorin) sind begeistert, wie sich die Frauen weiterentwickeln, sich gegenseitig unterstützen und das Netzwerk nutzen, um neue Energie zu tanken.

Das Spiel „ich habe noch nie…“ gab viele persönliche Einblicke und sorgte in der Gruppe für das eine oder andere schmunzeln und lustige Anekdoten. Beatrix schrieb im Anschluss: „Es war mega und ich war völlig beseelt danach.“

Wir sagen: Danke für so viele tolle Frauen in MV!

Das Treffen fand im Rahmen unseres neuen Projektes "Aufstieg in Unternehmen - Mentoring für Frauen in der Wirtschaft in MV" statt. Für Interessierte: Am 29. August und 14. September findet eine Infoveranstaltung zum 7. Durchgang statt. Gern bei Peggy Hildebrand | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! für mehr Infos melden!
Dienstag, 16. August 2022

Digital in Italien

Leider ließ es sich nicht für alle Projektpartner einrichten, vor Ort in Pescara zu sein. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Zum vierten Teammeeting hatte der italienische Unternehmerverband CNA Abruzzo Anfang Juni in seine Räumlichkeiten an der Adriaküste eingeladen. Zwei Tage intensiver Austausch vor Ort und digital zum Thema lebenslanges Lernen brachten viele neue Ideen.

Mehr zum Projekt erfahren Sie auf: www.becomingproject.eu.
Mittwoch, 03. August 2022

Wir suchen Verstärkung!

Arbeiten für ein - in einem - regionalen Wirtschaftsnetzwerk? Zwar auf Zeit - jedoch mit Chancen auf zahlreiche nachhaltige Kontakte- und ein tolles Team! Wir freuen uns auf Bewerbungen für unsere offenen Stellen.

Mehr Infos zur Stelle Verbandsjurist (m/w/d) finden Sie hier.

Mehr Infos zur Stelle Projektassistenz (m/w/d) finden Sie hier.

Ihre Unterlagen senden Sie bitte mit entsprechenden Nachweisen an den:

Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V.
19061 Schwerin / Gutenbergstraße 1
Betreff: Stellenausschreibung Verbandsjurist (m/w/d) oder Projektassistenz (m/w/d)

Adressieren Sie bitte diese „persönlich“ an die Geschäftsführerin Pamela Buggenhagen
oder schicken Sie es per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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